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Verkehr und ParkraumAnwohner diskutieren mit OB über Parkverbot und Alternativen in Zollstock

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Mit Markierungen und Pylonen veranschaulichten die Anwohner ihren Lösungsvorschlag für das halbseitige Gehwegparken.

Mit Markierungen und Pylonen veranschaulichten die Anwohner ihren Lösungsvorschlag für das halbseitige Gehwegparken.

OB Torsten Burmester und Verkehrsdezernent Ascan Egerer haben sich in Zollstock selbst ein Bild von einer umstrittenen Parksituation gemacht.

Der Treffpunkt füllt sich erst langsam. Als Oberbürgermeister Torsten Burmester kurz vor halb elf an der Ecke Alfter Straße/Breniger Straße eintrifft, ist erst eine kleine Gruppe von Anwohnern da. Wenige Minuten später sind es rund 40. Sie haben Burmester nach Zollstock eingeladen, damit er sich selbst ein Bild von der Parksituation in der Bornheimer Straße und der Alfterstraße macht. Die beschäftigt die Anwohner seit Monaten erheblich. Begleitet wird der OB von Verkehrsdezernent Ascan Egerer.

Im September 2025 hatte die Stadt das jahrzehntelang zwar verbotene, aber geduldete Gehwegparken beendet. Auslöser war eine Bürgerbeschwerde nach einem erschwerten Rettungseinsatz. Bei einer Überprüfung stellte die Verwaltung fest, dass die vorgeschriebenen Mindestbreiten für Fahrbahn und Gehwege nicht eingehalten werden. Seit Mitte Mai werden Verstöße konsequent geahndet. Viele Anwohner wünschen sich die früheren Parkmöglichkeiten zurück, andere begrüßen die neue Regelung.

„Sie wissen ja, dass für Fahrbahnen eine Mindestbreite von 3,05 Metern gilt, damit Feuerwehr und Rettungswagen durchkommen. Aber schildern Sie mir doch zunächst einmal die Situation vor Ort und Ihre Argumente“, eröffnete Burmester die Diskussion.

Viele Anwohner wollen Gehwegparken und Markierungen

Holger Kroker, Sprecher der Initiative für die Wiedereinführung der Parkplätze, betonte, die Durchfahrt für Rettungsfahrzeuge sei auch bei beidseitigem Gehwegparken gewährleistet. „Wenn man das beidseitige Gehwegparken ermöglicht und die Parkflächen markiert, damit sich jeder daran hält, bleibt eine Breite von 3,05 Metern für die Fahrbahn“, erklärte Kroker. Bei einem Ortstermin mit Feuerwehr und Ordnungsamt im Februar sei eine solche Lösung bereits positiv bewertet worden, berichtet er dem OB. „Wir haben überhaupt nichts dagegen, dass Falschparker, die zu weit in der Straße stehen und dadurch behindern, abgeschleppt werden“, sagte Kroker.

Eine Anwohnerin berichtete, seit dem Wegfall der Parkplätze werde auf der nun breiteren Fahrbahn deutlich schneller gefahren. „Die Autos rasen durch die Bornheimer Straße zum Gürtel, um eine Ampel zu umgehen. Das ist gefährlich, hier spielen Kinder.“ Zudem sausten Radfahrer nun häufig über die freien Gehwege, um das Kopfsteinpflaster zu meiden. Andrew Cavanagh aus der Breniger Straße verwies auf den wachsenden Parkdruck: „Es hat hier 40 Jahre mit dem Parken funktioniert. Jetzt findet man abends keinen Parkplatz mehr. Schließlich sind auf der Vorgebirgstraße auch Parkplätze weggefallen durch den Radschutzstreifen“, schildert er.

Manche begrüßen die neue Parkreglung

Widerspruch kam von Isabel Finkenberg aus der Bornheimer Straße. „Die Autos sind heute größer und breiter. Es muss nicht der maximale Parkraum für alle geschaffen werden. Man kann auch mal ein paar Minuten vom Parkplatz zur Wohnung laufen. Es gibt auch einen Klimawandel, und es müssen alle Verkehrsteilnehmer berücksichtigt werden“, sagte sie. Unterstützt wurde sie von Heide Dube, die die neue Parkregelung begrüßt.

Egerer verwies auf die rechtlichen Vorgaben. „Wenn festgestellt wird, dass die Breite nicht ausreicht, muss die Stadt reagieren. Die Sicherheit geht vor.“ Auch auf Gehwegen müsse ausreichend Platz bleiben, damit zwei Menschen nebeneinander Platz finden und für Kinderwagen oder Rollatoren. „Wir verstehen das Parkproblem und erkennen den Bedarf an. Wir suchen überall nach der bestmöglichen Lösung“, betonte er.

Um ihren Vorschlag zu verdeutlichen, hatten die Anwohner Markierungen auf Fahrbahn und Gehweg geklebt und mit Pylonen mögliche Stellflächen nachgebildet.

Bezirksbürgermeisterin Sabine Müller erinnerte daran, dass die Bezirksvertretung die Verwaltung bereits Ende Juni beauftragt habe, ein Parkraumkonzept für den Bereich zu erarbeiten und dabei ausdrücklich markierte Stellflächen zu prüfen. Auch das Bewohnerparken könne man für Zollstock erneut prüfen, ergänzte Egerer.

Weiteres Gespräch zugesagt

Eine Entscheidung traf Burmester nicht. „Damit wird sich die Verwaltung befassen. Ich schlage vor, dass wir die Diskussion in einem großen Saal fortsetzen, wenn verschiedene Varianten geprüft wurden und Ergebnisse vorliegen“, sagte der Oberbürgermeister zum Abschluss des rund einstündigen Ortstermins.

Holger Kroker zog anschließend eine positive Bilanz und zeigte sich zufrieden: „Der OB und der Verkehrsdezernent haben sich viel Zeit genommen, und wir konnten ihnen die Problematik und unsere Vorschläge darlegen. Zudem haben sie die Zusage gemacht, dass sie an dem Thema dranbleiben und es ein weiteres Gespräch geben wird.“