Mit 120 Jugendlichen fing es vor 15 Jahren an – heute sind es 1000 Schülerinnen und Schüler.
Verabschiedung in den RuhestandStephani Osterhage prägte Fritz-Bauer-Gesamtschule

Die schulfachliche Dezernentin Antje Weiler (l.) verabschiedet Stephani Osterhage in den Ruhestand.
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120 Schülerinnen und Schülern, acht Lehrkräfte und sieben Klassenräume: Vor 15 Jahren ging die Fritz-Bauer-Gesamtschule in Betrieb, die Schulleiterin: Stephani Overhage. Jetzt wurde sie bei einem Festakt im Haus Menden offiziell in den Ruhestand verabschiedet. Zahlreiche Gäste aus Politik, Verwaltung und Schulgemeinschaft würdigten ihr langjähriges Engagement und ihren prägenden Einsatz für die Entwicklung der Schule. Mit dem Ausstand der Schulleiterin wurde gleichzeitig das 15-jährige Bestehen der Schule mit einem Programm gefeiert, durch das Simon Skibitzky mit einer Mischung aus Herzlichkeit und Humor führte.
Aus Köln kam Schuldezernentin Antje Weiler zur Verabschiedung. Sie hob insbesondere die Ausrichtung der Demokratiebildung an der Gesamtschule hervor. Mit einem Zitat des Schulnamensgebers Fritz Bauer – „Nichts gehört der Vergangenheit an. Alles ist noch Gegenwart und kann wieder Zukunft werden“ – unterstrich sie anlässlich der aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen die Bedeutung der Demokratieerziehung.
Fritz-Bauer-Gesamtschule in Sankt Augustin mit einem klarem Leitbild
Die Profilklassen Kultur und Mint (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik), die Auszeichnungen als „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ und „Schule der Vielfalt“, das „ErdE“-Konzept mit Lernbüros sowie die Schulpartnerschaft mit Israel seien keine zufällige Sammlung von Projekten, sondern Ausdruck eines klaren pädagogischen Leitbildes. Stephani Overhage habe als „Regisseurin“ die Fäden stets in der Hand gehalten und mit ihrem Leitungsteam und dem Kollegium einen Ort geschaffen, an dem Gemeinschaft und Demokratie gelebt würden.

Im Jahr 2020 ehrte der damalige Bürgermeister Klaus Schumacher bei der Abi-Feier an der Fritz-Bauer-Gesamtschule die Jahrgangsbeste Carina Hochheuser mit einem Schnitt von 1,5.
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Für besondere Unterhaltung sorgten kreative Videobotschaften aus dem Kollegium. „Mit viel Humor und persönlichen Erinnerungen verabschiedeten sich die Lehrkräfte von ihrer Schulleiterin“, formulierte es Claudias Nothelle, die ebenfalls an der Schule unterrichtet. Der Lehrerchor unter der Leitung von Florian Kunert begeisterte mit dem Bläck-Fööss-Klassiker „Unser Stammbaum“. Großen Applaus erhielt auch eine umgetextete Version des ABBA-Hits „Thank You For The Music“, die auf 15 gemeinsame Jahre unter der Leitung von Stephani Overhage zurückblickte.
Eine Spende für den Kinderschutzbund in Sankt Augustin
Als besonderes Zeichen der Wertschätzung hatte die Elternschaft einen Spendenaufruf zugunsten des Kinderschutzbundes im Namen von Stephani Overhage initiiert. Dabei kamen 480 Euro zusammen, die die Schulleiterin an Sybille Friedhofen vom Kinderschutzbund überreichte. Mit Präsentkörben bedankte sich die Schule bei den ehemaligen und aktuellen Vorsitzenden der Schulpflegschaft Nihan Salgar, Lutz Hassel, Stefan Bögner, Susan Hassel-Frings und Benedikt Hopmann für ihr Engagement.
Der Bürgermeister Dr. Max Leitterstorf überbrachte die Glückwünsche der Stadt. Stephani Overhage bedankte sich und erinnerte an die Eröffnung der Schule, die sie einst mit den Worten Hermann Hesses begonnen hatte: „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.“ Heute hat die Gesamtschule rund 1000 Schülerinnen und Schüler, etwa 100 Lehrkräfte sowie zwei Hausmeistern und drei Sekretärinnen.
Die Gesamtschule in Menden wurde im Jahr 2017 umbenannt. Seitdem trägt sie den Namen Fritz-Bauer-Gesamtschule. Mehr als ein Jahr wurde seinerzeit nach einem Namen gesucht. In einem demokratischen Prozess seien alle am Schulleben Beteiligten einbezogen worden und schließlich drei Namen –Fritz Bauer, Hilde Domin und Marc Chagall – in die engere Wahl gekommen, berichtet die Schulleitung im Schulausschuss des Stadtrates seinerzeit. Die Schulkonferenz entschied sich mehrheitlich für Fritz-Bauer-Gesamtschule.

Mit einem Festakt wurde die Schule im Jahr 2017 umbenannt.
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Bauer, 1903 als Sohn jüdischer Eltern in Stuttgart geboren, wurde 1930 jüngster Amtsrichter Deutschlands, 1933 von der Gestapo inhaftiert und ins Konzentrationslager Heuberg deportiert. 1936 floh er aus Deutschland; 1950 wurde er zum Generalstaatsanwalt der Bundesrepublik berufen, initiierte mehrere bedeutende Gerichtsverfahren, die sich mit dem Unrechtsstaat der Nationalsozialisten befassen.
Bauers „unermüdliches Streben, dem Ungeist mit Zivilcourage, Mut und Konsequenz entgegenzutreten, trotz vieler Anfeindungen einzutreten für eine freiheitliche, demokratische und liberale Gesellschaft“, mache ihn zum Helden, heißt es in der Begründung der Schule, die sich für die Initiative „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ engagiert. Zu ihren Schwerpunkten zählt sie die Auseinandersetzung mit dem Holocaust. Darüber hinaus pflegt die Gesamtschule Menden eine Partnerschaft mit einer Schule im israelischen Mewasseret Zion. (coh)